Konzeptionelle Gedanken zum Biblischen Unterricht

Auf dieser Seite findest Du einige grundsätzliche Überlegungen zur konzeptionellen Gestaltung des Biblischen Unterrichts. Die Überlegungen, Fragen und Hintergrundinformationen helfen Dir Euren Biblischen Unterricht zu reflektieren.

Die Zielgruppe kennen

„Wir alle wünschen uns, dass unser Einsatz im Biblischen Unterricht nicht völlig umsonst ist.“

Damit der Biblischen Unterricht nicht an den (Pre-)Teens vorbeigeht und Du Deine Ziele erreichst, müsst Du Dir über Deine Zielgruppe Gedanken machen.

Für wen macht Ihr Biblischen Unterricht?

Für wen machst Du Biblischen Unterricht?

1) Eure Zielgruppe definieren:

Für welche Altersgruppe ist Euer Biblischer Unterricht ausgelegt?

Mit welchem Alter starten die (Pre-)Teens in Eurer Gemeinde mit dem Biblischen Unterricht?

Wie erlebst Du die Alterspanne in Deiner Gruppe?

Passen Deine/Eure Ziele zu dem Alter der (Pre-)Teens, die in Eurer Gemeinde im Biblischen Unterricht sind? Passt die Altersspanne gut zu den anderen Angeboten Eurer Gemeinde?

Einladen

Wen ladet Ihr zum Biblischen Unterricht ein?

Dürfen nur Eure „eigenen“ (Pre-)Teens am Biblischen Unterricht teilnehmen?

Checkliste

  • Wie stellt ihr sicher, dass alle eingeladen werden?
  • Wie ladet Ihr zum Biblischen Unterricht ein?
  • Im Kindergottesdienst, Jungschar, Jugendkreis (Zielgruppe zukünftige Teilnehmerinnen und Teilnehmer)
  • Im Gottesdienst (Zielgruppe Eltern der zukünftigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer)
  • Können (Pre-)Teens ihre Freunde einladen?
    • Welche Unterstützung erhalten die (Pre-)Teens dazu (Flyer, Werbung für ihre eigenen Social-Media-Kanäle, Werbetrailer)?
  • Bewerbt Ihr den Biblischen Unterricht bewusst auch außerhalb der Gemeinde?
  • (Pre-)Teens anderer Gemeinden
  • Gibt es Gemeinden, die keinen Biblischen Unterricht anbieten? Ist eine Zusammenarbeit möglich?
  • Wichtig (Pre-)Teens anderer Gemeinden „abwerben“ ist eine schlechte Idee sein! Hier empfiehlt sich eine sauber und gute Kommunikation.

Bewusste missionarische Ausrichtung: Habt ihr (Pre-)Teens, die „unfromm“ aufwachsen? Wie könnte Werbung für diese Zielgruppe aussehen?

2) Eure Zielgruppe (ganz praktisch) kennen und verstehen

Ein Schlüsselfaktor für guten Biblischen Unterricht ist seine Zielgruppe zu kennen und zu wissen, was sie beschäftigt. Ein erster Zugang zur Zielgruppe bietet dabei die Entwicklungspsychologie und die Beschäftigung mit der Glaubensentwicklung von Jugendlichen.

Allgemeine Informationen

Meine Gruppe

  • Wie sieht mein kommender oder aktueller BU-Jahrgang konkret aus? Wie ist die Geschlechterzusammensetzung, sind die sozialen Milieus, der Glaubenskontext der (Pre-)Teens?
  • Passt die Zusammensetzung Eures Teams zur Zusammensetzung Eurer Gruppe (z.B. Aufteilung männliche und weibliche Mitarbeitende)?
  • Welche Bedürfnisse, Sehnsüchte und Interessen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer?
  • Hier findest du 99 Möglichkeiten jungen Menschen Wertschätzung zu zeigen

These: Wenn Du Deine (Pre-)Teens kennenlernst, wird es Dir einfach fallen Biblischen Unterricht zu gestalten. So kannst Du Deine (Pre-)Teens in ihrer Glaubensentwicklung unterstützt.

Wer macht Biblischen Unterricht?

In den meisten Gemeindesituationen wird man sich wahrscheinlich wundern, warum diese Frage nun gestellt wird. Klassisch gestaltet eine Pastorin oder ein Pastor den Biblischen Unterricht. Mittlerweile zeigen sich aber in vielen Gemeindesituationen neue Trends. An einigen Orten wird der Biblische Unterricht durch ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gestaltet, manchmal sogar in größeren Teams. Es lohnt sich, diese neuen Wege zu reflektieren, weil sie großes Potential für den klassischen Unterricht bieten.

Machst du es als Hauptamtliche*r alleine, weil du und/oder andere es von dir erwarten?
Befürchtest du, dass du „unwichtiger“ wirst, wenn du den BU nicht mehr alleine machst?
Machst du BU alleine, weil es dir so am leichtesten fällt?
Gibt es einfach niemand gibt in der Gemeinde, der es machen möchte?

Gründe, warum es Sinn macht, BU im Team durchzuführen:

  • eine Person spricht als Typ auch nur bestimmte andere an
  • Wenn es beim BU um mehr als Wissensvermittlung geht (v.a. auch Beziehungen und Persönlichkeitsentwicklung), kann ein Team mehr
    erreichen als einer allein
  • Förderungsmöglichkeit für Nachwuchsmitarbeiter
  • Vorbild Bibel: Jünger; Paulus & Barnabas etc.
  • Es ist kein Zeichen von Schwäche, Verantwortung zu teilen.
  • Es lohnt sich, andere in diese Aufgabe mit hineinzunehmen, weil es den (Pre-)Teens dient.

Biblischer Unterricht und Gemeinde

Einleitung

(Pre-)Teens sind in einer wichtigen Lebensphase. Der Biblische Unterricht kann eine richtig gute Chance sein, sie in dieser spannenden Phase des Lebens und Glaubens zu belgeiten. Aber nicht nur (Pre-)Teens können im Biblischen Unterricht etwas lernen.

Gemeinde kann von den (Pre-)Teens lernen! Hauptamtliche, Erwachsene und Gemeindeleitungen profitieren enorm davon, wenn ihnen die Teilnehmenden im Biblischen Unterricht wichtig sind. Und wenn sie bereit sind den (Pre-)Teens zuzuhören, wie sie die Gemeinde und den Glauben dort erleben.

Dafür ist entscheidend, wie der Biblischen Unterricht in der Gesamtgemeinde eingebettet ist und wahrgenommen wird.

Hier wieder einige Anregungen für dich:

Verbindung zur Gemeindeleitung

In den meisten Gemeindesituationen lohnt es sich, den Biblischen Unterricht zur „Chefsache“ zu machen, also auf die regelmäßige Tagesordnung der Gemeindeleitung zu bringen. Hier eine kleine Zusammenstellung der Vor- und Nachteile.

Die Gemeindeleitung kennt unseren BU

Toll, dass die Gemeindeleitung den Biblischen Unterricht auf dem Schirm hat! Falls ihr das nicht sowieso schon macht, könnte die GL auch ein toller Ort sein, um (auch mit anderen BU-MA, falls es die gibt) zu überlegen, wie der BU noch mehr in die gesamte Gemeinde kommt. In Kürze werden wir Materialien veröffentlichen, die können dir/euch helfen, die Gespräche mit der GL noch ein bisschen strukturierter zu gestalten und die GL mit den BUlern selbst in Kontakt zu bringen…

Die Gemeindeleitung weiß wenig über den BU

Warum BU als Thema in GL? Wenn BU mehr als nur Wissensvermittlung, dann ist wichtig, wie BU in eure ganze Gemeinde eingebunden ist. Und es ist wichtig, dass BU nicht nur ein Thema für ein paar „Spezialisten“ in der Gemeinde ist, sondern dass die ganze Gemeinde den BU auf dem Schirm hat. Um das zu erreichen, ist es wahrscheinlich ein guter erster Schritt, mit der GL auch
über den BU ins Gespräch zu kommen. Dazu können dir/euch die Materialien helfen, die wir in Kürze auf dieser Seite veröffentlichen wollen.
Eine interessante Frage könnte übrigens sein: Gibt es für die BU-Gestaltung eine/n festen Ansprechpartner*in aus der GL für den BU?

Verbindung zur Gemeinde

In welcher Art und Weise ist der Biblische Unterricht mit den Arbeitsbereichen in Eurer Gemeinde verknüpft?

Hier findest Du einige Möglichkeiten, wie eine Verknüpfung aussehen könnte:

Mitarbeit – Praktikum als Einstieg in die Mitarbeit

Gemeinde lebt davon, dass sich alle einbringen. Durch ein Praktikum in einem Arbeitsbereich in der Gemeinde lernen die (Pre-)Teens, dass sie Gemeinde mitgestalten können und dass sich einen Platz in der Gemeinde haben.

Bericht aus der Praxis

Während meiner Zeit in der FeG Siegen-Geisweid haben die Teilnehmenden des Biblischen Unterrichts in ihrem zweiten Jahr ein sechs- bis zehn-wöchiges Praktikum in einem Arbeitsbereich in der Gemeinde gemacht. Den Arbeitsbereich durften sie sich selbst aussuchen. Durch das Praktikum konnten die (Pre-)Teens unverbindlich in einen Arbeitsbereich der Gemeinde hineinschnuppern und Mitarbeit kennenlernen. Gleichzeitig haben die Teens in dieser Zeit ihre Begabungen entdeckt. Jede Teilnehmerin bzw. jeder Teilnehmer ist während des Praktikums von einem Mitarbeitenden aus dem Arbeitsbereich begleitet worden. Schritt für Schritt konnten die (Pre-)Teens so in Mitarbeit hineinwachsen und Gemeinde mitgestalten.

Johannes Krupinski, Referent Teenager im Bund FeG

Mögliche Arbeitsbereiche für ein Praktikum
  • Gottesdienst
    • Technik
    • Moderation
    • Musik
    • Raumgestaltung
    • Mitwirkung an Predigt
  • Kindergottesdienst
  • Jungschar / Pfadfindern
  • Öffentlichkeitsarbeit / Social Media
  • Schnuppern beim Hauptamtlichen
Begleitung ist Alles

Natürlich ist es wichtig, die (Pre-)Teens nicht einfach nur in einen Arbeitsbereich zu vermitteln, sondern sich bewusst Gedanken über ihre Begleitung zu machen.

  • Wer aus dem gewünschten Arbeitsbereich kann die/den BU-ler begleiten?
  • Welche Kriterien sind euch für eine Begleitung wichtig?
    • Wie gestaltet ihr die Auswertung? Bzw. wie holt ihr Feedback zum Praktikum ein?
    • Wie können die (Pre-)Teens nach dem Praktikum ggf. dauerhaft in Mitarbeit einsteigen?

Gottesdienst mit Gewinn besuchen lernen

  • Beobachtungsbogen zum Gottesdienst mitgeben,
    anschließend gemeinsam reflektieren

Offizielles Willkommen im Gottesdienst

Verbindung zu anderen Gruppen

Grundsätzlich gilt: Eine gute Zusammenarbeit mit anderen Gruppen ist immer gewinnbringend.

Ist der Biblische Unterricht abgestimmt mit anderen Angeboten innerhalb der Gemeinde?

Gibt es strukturelle Absprachen?

Mögliche Verbindung zu anderen Gruppen

  • Vorgehend: Jungschar, Pfadfinder, KiGo

Frage: Wie wird in diesen Gruppen für den Biblischen Unterricht geworben?

  • Nachfolgend: Jugend

Frage: Gibt es Übergangsrituale? Vielleicht in Verbindung mit „Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht“?

Mögliche Folgeangebot

  • Kleingruppen, die sich aus der Gruppe heraus bildet
  • BU 2.0: Tiefere Beschäftigung mit einzelnen Themen
  • Jüngerschaftskurs

Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht

Welche Bedeutung bzw. Funktion hat die „Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht“ in Eurer Gemeinde?

Natürlich ist diese Frage eng mit den Zielen und Inhalten des Biblischen Unterrichts verknüpft.

Darüber hinaus ist aber auch die Frage wichtig, was sich mit dem BU-Abschluss für die Teilnehmenden ändert.

Welche Bedeutung hat die „Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht“?

Diese Frage wird in jeder Gemeinde unterschiedlich beantwortet. In manchen Gemeinden sind einige Dinge erst nach dem Abschluss des Biblischen Unterrichts möglich. Das hängt manchmal mit den Inhalten im Biblischen Unterricht und manchmal mit dem Alter zusammen.

  • Gemeindeaufnahme
  • Taufe
  • Abendmahl
  • Mitarbeit
  • Teilnahme am Teenkreis/Jugendkreis

Biblisch betrachtet sind diese Dinge an den Glauben und nicht an ein Alter (außer vielleicht die Teilnahme an der Jugend) oder an Wissen gebunden. Daher ist es schwierig diese Dinge unreflektiert mit dem BU-Abschluss zu verbinden. Allerdings kann es auch organisatorisch sinnvoll oder hilfreich sein.

Ein Hintergrund dabei ist, dass wir durch einen kopflastigen Glauben geprägt sind. Glaube ist häufig an kognitiven Fähigkeiten gekoppelt, die erst ab einer bestimmten Entwicklung möglich sind.

Glauben ernst nehmen

Es ist aber so, dass auch ein Kinderglaube ein echter Glaube ist. Er beruht auf anderen Dingen und entwickelt sich ständig weiter. Gerade bei Teenagern muss sich komplementäres Denken erst noch entwickeln (à Wird im Vortrag von Nina Rothenbusch erklärt).

Mit 14 Jahren wird man religionsmündig und kann frei über seinen Glauben entscheiden.

Daher findet der Biblische Unterricht und die Konfirmation klassisch in diesem Alter statt. Der Biblische Unterricht hat zum Ziel (Pre-)Teens zu befähigen, um sich bewusst für den Glauben an Jesus zu entscheiden

Der BU-Abschluss könnte damit ein Glaubensbekenntnis beinhalten. Da die Entwicklung der (Pre-)Teens aber sehr unterschiedlich ist, kann es aber nur ein Angebot an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein. Zu diesem Bekenntnis sollte niemand gezwungen werden.

Übergangsritual

In allen Kulturen gibt es verschiedene Übergangsrituale bzw. Initiationsriten. Bei uns fallen zum Beispiel die Konfirmation bzw. Kommunion und eben auch die „Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht“ darunter.

Oft ist das ein Übergang vom Mädchen zur Frau bzw. vom Jungen zum Mann. Außerdem spielt Zugehörigkeit bei Initiationsriten häufig eine besondere Rolle.

Auf Gemeinde bezogen würde das bedeuten, dass eine besondere Form der Zugehörigkeit mit dem BU-Abschluss einsetzt. Hier wäre also ein guter Anknüpfungspunkt um mit den (Pre-)Teens über Mitgliedschaft zu reden. Außerdem könnte man sie an dieser Stelle zur Mitarbeit motivieren.

Was bedeutet der BU-Abschluss für die persönliche Entwicklung?

(Pre-)Teens entwickeln sich in der Pubertät und durchlaufen verschiedene Krisen, die alle Lebensbereiche betreffen (können).

Deshalb ist in dieser Phase Orientierung (nicht Vorgabe) und begleiten besonders wichtig. Dazu gehört auch, dass die (Pre-)Teens Möglichkeiten gezeigt bekommen, ihre Krisen zu meistern.

Gleichzeitig verändert sich zur Zeit des BU-Abschlusses auch gesellschaftlich einiges für die Jugendlichen. Mit 14 Jahren wird man nicht nur religionsmündig, sondern auch strafmündig. Damit wird Jugendlichen mehr Verantwortung zugestanden. Und es bedeutet, dass sie ein Stück erwachsener werden.

Welchen Beitrag kann der Biblische Unterricht und der BU-Abschluss zur persönlichen Entwicklung von (Pre-)Teens beitragen?

Auch hier sind wir wieder beim Stichwort Übergangsritual bzw. Initiationsritus.

Viele aktuelle Jugendphänomene lassen sich darauf zurückführen, dass es in unserer Gesellschaft dieses Übergangsritual von Kind zum Mann / zur Frau nicht ausreichend gibt.

Wichtig sind deshalb folgende Themen:

  • Beschäftigung mit Sinnfragen
  • Sich selbst kennenlernen
  • Selbstbewusstsein entwickeln
  • Selbstverantwortung übernehmen
  • Selbstständigkeit entwickeln
  • Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Zielen für die Zukunft

Gleichzeitig hat die Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht auch eine wichtige Bedeutung für die Eltern der Teilnehmenden. Am Tag des BU-Abschlusses wird vielen Eltern deutlich bewusst, dass sich ihr Kind immer mehr von ihnen ablösen wird. Die Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht kann also sowohl für die Jugendlichen als auch für die Eltern eine wichtige Hilfe in diesen Lebensübergängen sein.

Eigene Reflektion über den BU-Abschluss

Klassisch wird der BU-Abschluss bzw. die „Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht“ mit einem Gottesdienst gefeiert. Zum Teil wird es auch „Entlassung aus dem Biblischen Unterricht“ genannt.

Es lohnt sich auch Gedanken zu machen, warum und wozu ein Abschluss gemacht wird und wie dieser benannt wird.

Die Fragen sollen helfen, um die Bedeutung und Funktion des BU-Abschlusses zu überdenken:

  • Was bedeutet der BU-Abschluss? Wozu gibt es ihn?
  • Was ist hinterher anders als vorher?
  • Welche Rolle spielt es für die (Pre-)Teens, dass sie aus dem Biblischen Unterricht verabschiedet werden? Welche Rolle soll es für die (Pre-)Teens spielen?
  • Welche Rolle spielt der BU-Abschluss in Eurer Struktur?
  • Welche Theologische Bedeutung hat der BU-Abschluss in Eurer Gemeinde?

Wie sieht ein sinnvoller BU-Abschluss für Eure Inhalte und Ziele aus?

  • Muss es ein Gottesdienst sein? Welche anderen Möglichkeiten gäbe es?
  • Freizeit als bewusster Gruppenabschluss oder gemeinsam mit Eltern/einem Elternteil
  • Gruppenabschluss mit einem gemeinsamen Tag oder Abend
  • Abenteuertour

Was könnte ein Übergangsritual/Initiationsritus sein?

Könnte der BU-Abschluss aus mehreren Elementen bestehen?

  • Wenn es einen Gottesdienst gibt:

Soll der Gottesdienst für die (Pre-)Teens sein?

Soll der Gottesdienst von/mit den (Pre-)Teens sein?

Nach dem BU-Abschluss

  • Ist die Taufe vor dem BU-Abschluss möglich oder erst danach? Warum?
  • Gibt es gezielt ein Taufangebot nach dem BU-Abschluss oder während des Biblischen Unterricht?
  • Ist die Teilnahme am Abendmahl vor dem BU-Abschluss möglich oder erst danach? Warum?

Methodensammlung

Last but not least: Was genau mache ich jetzt im Biblischen Unterricht bzw. wie gestaltet ihr den Biblischen Unterricht ganz konkret in Eurer Gemeinde?

Rahmenbedingungen und Material

Reflexionsfragen zur konkreten Gestaltung

Hier wieder einige Reflexionsfragen für Dich. Sieh sie Dir wie immer am besten mit Deinem Mitarbeiterteam an. Wir haben die ersten Fragen als kleine Umfrage gestaltet. Wenn du sie an uns sendest, könnten wir die Daten anonym und ohne Personenbezug speichern und zur Verbesserung unseres Materials nutzen.

    Medien und Möglichkeiten

    • Bibel
      • Bekommen BU´lerInnen „coole“ Bibel geschenkt?
        • Altersgemäßes Design, Übersetzung
        • Welche Übersetzung und Warum?
          • Vor- und Nachteile präsentieren.
        • Warum keine Studienbibel?
        • Zum Abschluss schreibt 1 MA einen wertschätzenden und ermutigenden Brief auf die ersten, leeren Seiten. Dann wird Bibel als Geschenk verpackt, feierlich übergeben.
      • Wie (oft) kommt diese Bibel zum Einsatz?
      • Leitet ihr BU´lerInnen an, mit der Bibel zu arbeiten?
      • Dürfen BU´lerInnen die Bibel zu ihrer Bibel machen? Wie?
        • Name rein
        • Bibel-Umschlag selbst gestalten
      • Internet
        • Mentimeter; Slido; kahoot.it; Zoom-Umfragen
      • Andere Medien, die zum Einsatz kommen können

    PowerPointPräsentationen, FlipChart …

    Erlebnispädagogik und Ausflüge

    • Zum Start in den BU, um Gruppendynamik zu fördern
      • Kletterwald, Kanutour, Fahrradtour…
    • Thematische Ausflüge
      • Tod – Friedhof, Hospiz
      • Konfessionen – andere Kirche
      • Halloween – Church Night
      • Mission – BU-Tag der Allianz Mission in Ewersbach
      • Diakonie, Caritas, Tafel
      • Charismen (charismatischen (Jugend-)Pastor besuchen/einladen)
      • Taufe – Taufgottesdienst besuchen
    • BU-Freizeit
      • Als Einstieg, Höhepunkt, Ausstieg im BU
    • Feiertage nutzen
      • Weihnachten, Ostern, Buß- und Bettag, Pfingsten, Christi Himmelfahrt (Ostern an Weihnachten feiern …)
      • Valentinstag (Partnerschaft); Mutter- und Vatertag (Eltern ehren) Erntedank (Dankbarkeit), …
    • Übernachtung im Gemeindehaus?
      • Thema intensiv behandeln
      • Gemeinschaft fördern (gerade zu Beginn eines Jahrgangs)
    • Gäste einladen
      • Aus der eigenen Gemeinde
        • Jugendmitarbeiter, Älteste, andere
      • Compassion, Open Doors, Allianz Mission, MissionarInnen, InfluencerInnen
    • Der Sonntag
      • Gottesdienst mit Zwang verbinden?
        • Ja? Nein?
      • Gottesdienst-Büchlein mit Fragen zur Reflexion des Gottesdienstbesuchs
      • [Querverweis zu 4.3 Verbindung zum Gottesdienst]
    • BU-Praktikum
      • Macht ihr ein Praktikum?
        • Ja? Nein?
      • [Querverweis „Verbindung zum Gottesdienst“]
    • Freizeit
      • Mit anderen BU´s zusammen?
      • Fackelträger Klostermühle und WDL bieten BU-Tage an?
      • Wozu dient Freizeit? (cooler Start; Abschluss; Evangelisation)

    Nicht das Rad neu erfinden: Von wem könnt ihr kopieren? Wen könnt ihr nach ihren Erfahrungen (Ablauf, …) fragen?

    Lehr(n)-Methoden

    • Buch zum Thema: Wolfgang Mattes, Methoden für den Unterricht, Kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende, westermann Gruppe 2011.
    • Dialog-Prinzip – Buch zum Thema: Dieter Braun (Hg.), Dialog-Prinzip – Wenn der Dialog mit Jugendlichen die Predigt wird, buch+musik ejw-service gmbh, 2017.
    • Frontal, Einzel-/Still-arbeit, Partnerarbeit, Partnerbriefing, Lerntempoduett, kooperatives Partnerinterview, Drei-Schritt-Interview, Partnerpuzzle, Venn-Diagramm, Schreibgespräch, World Café, Fish-Bowl, …
    • Gruppenarbeit (feste Gruppen, wechselnde Gruppen)
      • Abzählen, Karten verteilen, Losen, gemeinsame Merkmale (Geburtsmonat, Geschlecht, Interessen, Leistungsvermögen, Sozialisation, …)

    Feedback

    • Als Team untereinander
    • Von den BU´lern
      • Anfang, Mitte, Ende (Querverweis: 5.3 Mit statt über (Pre-)Teens reden)

    Werte & Beziehungen

    Fast noch viel wichtiger als das Programm, ist die Art und Weise wie man den (Pre-)Teens begegnet und welche Werte im BU miteinander gelebt werden.

    Werte

    Um Werte im Umgang mit (Pre-)Teens zu erarbeiten, ist entscheidend zu wissen, was (Pre-)Teens überhaupt wichtig ist. Aus der 17. Shell Jugendstudie findest du hier Werte, die (Pre-)Teens wichtig sind:

    • Enge, persönliche Beziehungen
    • Sehnsucht nach Individualität (Fragen: wer bin ich/ wer möchte ich sein)
    • Eigenverantwortung und Unabhängigkeit
    • Eigene Phantasie und Kreativität entwickeln dürfen
    • Respekt vor Gesetz und Ordnung, Sehnsucht nach Orientierung und Sicherheit
    • Umweltbewusstsein, politisches Engagement, Bewusstsein für Gesundheit

     

    Fragt eure (Pre-)Teens doch mal, was sie über diese Werte sagen.

    Stimmen sie zu?

    Macht euch als Team einmal Gedanken zu jedem Wert: wie könnte unser Part aussehen, damit dieser Wert jeweils in eurem BU berücksichtigt wird?

    Du hast noch kein Team, mit dem Du das zusammen überlegen kannst? Dann kannst Du Dir entweder alleine Gedanken machen oder Du fragst einfach jemanden außerhalb des Biblischen Unterrichts, der einen Draht zu (Pre-)Teens hat (z.B. Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Teenkreis / Jugendkreis).

     

    Habt ihr Ideen erarbeitet, wie ihr diese Werte leben wollt?

    Ja

    Top! Dann legt los!

    Und schaut ab und an mal zusammen auf Eure Werte, ob Ihr auch dabei seid sie zu leben. Die Realität holt uns alle ja meist schneller ein, als uns das lieb ist.

    Nein

    Wenn Ihr euch die Zeit noch nicht genommen habt, dann tut das doch noch, es lohnt sich!

    Wenn Dir wenig dazu einfällt, lass dich doch von folgenden Gedanken dazu inspirieren: „Werte in der Arbeit mit Jugendlichen“

    Einige Grundlagen im Umgang mit Teens

    • Wertschätzende Kommunikation (zuhören, Blickkontakt, aussprechen lassen, empathisch sein, auf Gestik/Mimik/Gefühle achten)
    • (Pre-)Teens ernst nehmen (auf Augenhöhe)
    • (Pre-)Teens stärken und ermutigen
    • Offenheit für Themen der (Pre-)Teens (auch mal vom festgelegten Programm abweichen)
    • Offen und ehrlich sein (Wie gehe ich mit Lebens- und Glaubensfragen um?, Fehler zugeben)
    • Anteil am Leben nehmen („meine Oma ist gestorben“, Wie sind die (Pre-)Teens heute da?)
    • Spannung erzeugen, Vielfalt anbieten und Vielfalt aushalten
    • Biblischer Unterricht muss interessant und relevant sein für die (Pre-)Teens

    Es gibt eine „kleine“ Liste mit Ideen, um Teenagern Wertschätzung entgegen zu bringen:

    Du findest diese Liste, wenn du auf diesen Link klickst.

    Mit statt über (Pre-)Teens reden

    Welche Wünsche und Vorstellungen haben eigentlich eure (Pre-)Teens? Seid ihr mit ihnen ins Gespräch darüber gekommen, wie sie sich den Biblischen Unterricht vorstellen? Welche Erwartungen sie haben? Weißt du was in ihren Augen absolute No-Go-s für eure gemeinsame BU-Zeit sind?

    Es ist auf jeden Fall sinnvoll vor dem Start des Biblischen Unterrichtes nicht nur mit den Eltern eurer (Pre-)Teens zu reden, sondern auch mit den Teilnehmenden selbst. Schließlich werden sie ja auch regelmäßig dabei sein und den Biblischen Unterricht durch ihre Art und Weise, ihre Motivation und ihre Fragen mitgestalten.

    Plan also ein Treffen mit den Teilnehmenden ein und komm mit ihnen über ihre Erwartungen, Vorstellungen und Wünsche ins Gespräch.

    Mögliche Fragen

    • Warum bist du beim Biblischen Unterricht dabei?
    • Was wünscht du dir vom Biblischen Unterricht?
    • Was darf im Biblischen Unterricht auf gar keinen Fall passieren?
    • Was muss im Biblischen Unterricht passieren, damit er richtig scheiße wird?
    • Stell dir vor morgen ist der Gottesdienst zu deiner „Verabschiedung aus dem Biblischen Unterricht“ – was war dein absolutes Highlight?

     

    Ideen für die Gestaltung des Gesprächs

    Wähle eine Methode, die sicher stellt, dass niemand bloßgestellt wird.

    • Stummes Gespräch mit Moderationskarten
    • Mentimeter Umfrage
    • Zweiergespräche > Antworten auf Moderationskarten schreiben > gemeinsam Clustern

     

    Alle drei Methoden arbeiten bewusst mit geschriebenen Worten. Sie sollen den Teilnehmenden helfen die Hemmschwelle abzubauen. Wenn ihr bereits eine gute Beziehung zu den (Pre-)Teens habt, dann könnt ihr natürlich auch ein offenes Gespräch führen. Vermutlich werdet ihr bei den aufgeschriebenen Antworten die ehrlicheren und persönlicheren Antworten bekommen.

     

    Auf jeden Fall müssen die Antworten der Teilnehmenden gemeinsam besprochen werden. Redet gemeinsam darüber.

    Für euch als Team ist das ein extrem wichtiges Gespräch. Hier hört ihr Ängste, Sorgen, Wünsche und Erwartungen der (Pre-)Teens. Ihre Antworten helfen euch den Biblischen Unterricht für sie zu gestalten, statt einfach nur ein Programm durchzuziehen.

    Außerdem bringt ihr den Teilnehmenden schon vor dem Start eine extreme Wertschätzung entgegen und sie werden sich dadurch beim Start automatisch wohler fühlen.

     

    Natürlich könnt ihr die Ergebnisse dieses Gespräches auch immer wieder in eure Treffen miteinbeziehen. Redet mit den (Pre-)Teens darüber, ob Erwartungen schon erfüllt worden sind. Oder ob ihre Ängste/Sorgen sich bewahrheitet haben. Die Antworten diese Gespräche helfen euch als Team wiederrum euren Biblischen Unterricht fein zu tunen.

     

    Überprüfung 

    Stellt euch eine Erinnerung (innerhalb des Jahres)

    • Was fehlt euch noch?
    • Wie erlebt ihr es?
    • Was muss noch vorkommen?

     

    Gebt ihnen die Möglichkeit den BU und die Inhalte aktiv mitzugestalten

    • Welche Themen interessieren euch? (Die sollten dann natürlich auch im Biblischen Unterricht vorkommen.)

    Kommunikation und Biblischer Unterricht

    Macht euch Gedanken darüber, wie ihr kommuniziert.

    Wer bekommt wann welche Info?
    Informieren wir nur die (Pre-)Teens oder nur die Eltern?
    Gleichzeitig? Wer bekommt wann welche Information?

    Teilnehmende

    Wie kommuniziert ihr mit den Teilnehmenden im Biblischen Unterricht?

    Einige Möglichkeiten

    • Messenger-Dienst (z.B. Signal, Whatsapp)
    • Telefon
    • Email
    • App (z.B. KonApp oder Communi)

    Grundsätzlich gibt es nicht den richtigen Weg, um mit den (Pre-)Teens zu kommunizieren. Findet mit ihnen gemeinsam heraus wie ihr sie am besten erreichen könnt und wie sie sich am besten (für sie!) bei euch als Team melden können. Klärt auch, was gar nicht geht (z.B. Snapchat Nachricht).

    Klärt, wie sie sich abmelden (z.B. Krankheit), wie sie ihre Fragen stellen können, wo sie Feedback geben können, usw.

    Regeln sollten gut miteinander kommuniziert werden. Auch hier können die (Pre-)Teens mit einbezogen werden, welche Regeln ihnen wichtig sind.

    Biblischer Unterricht als Save Place:

    Die (Pre-)Teens müssen wissen: Was ihr uns im Vertrauen erzählt, geht nicht an die Eltern. Wir wünschen uns einen vertrauensvollen Umgang aller im Biblischen Unterricht. (Pre-)Teens, wie Mitarbeiter.

    Eltern

    Auch mit den Eltern müsst ihre über Kommunikation sprechen. Zum einen müssen sie die Kommunikationswege zwischen euch als Team und ihren Kindern kennen. Zum anderen müsst ihr mit ihnen klären, wie sie mit euch und ihr mit ihnen in Kontakt kommt.

    Wichtige Fragen:

    • Wie bekommen die Eltern Informationen?
    • Wie können Eltern euch bei Fragen erreichen?
    • Wie können Eltern euch Feedback geben?

    Gemeinde

    Wo taucht Biblischer Unterricht in der Gemeinde-Kommunikation auf? Häufig wird der Biblische Unterricht nur einmal im Jahr in der Gemeinde wahrgenommen: Beim Abschluss Gottesdienst.

    Wenn Biblischer Unterricht aber ein wichtiger Bestandteil eurer Arbeit mit Kindern und (Pre-)Teensn ist, dann sollten doch alle regelmäßig davon mitbekommen.

     

    Wie kann das bei euch in der Gemeinde Realität werden? Was ist hilfreich? Was nicht? Wie werden z.B. ältere Kinder begeistert demnächst endliche auch zum Biblischen Unterricht gehen zu dürfen und wodurch werden sie abgeschreckt?

     

    Was ist der passende Ort, um über den Biblischen Unterricht zu berichten?

    • Gemeindebrief
    • Homepage
    • Soziale Netzwerke
    • Gemeinde-App
    • Gemeindeversammlung
    • Gebetskalender
    • usw.

    Elternarbeit

    Chance der Zusammenarbeit

    Arbeitet Ihr mit den Eltern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen?

    Überlegt euch das noch einmal:
    Niemand hat mehr Möglichkeiten, die Beziehung eines Kindes zu Gott zu prägen, als seine Eltern. Niemand hat mehr Möglichkeiten, Eltern zu prägen, als die Gemeinde. Der Einfluss einer Gemeinde, Kinder zu prägen, steigt erheblich, wenn sie mit den Eltern eine Partnerschaft eingeht. Und das Potenzial der Eltern, ihre Kinder zu prägen, steigt ebenso, wenn sie das partnerschaftlich mit der Gemeinde tun.

    Wie kann das noch aussehen?

    • Elternabend zur Information
    • Eltern zum Kochen engagieren
    • Gemeinsame Projekte / BU-Tage
    • Chancen bei der Glaubensentwicklung der Kinder

    Zwei Fragen spielen eine zentrale Rolle in den Überlegungen zu diesem „Dreieck“:

    • Welche Erwartungen haben die einzelnen Parteien gegenüber den anderen?
    • Wie können diese Erwartungen zusammen passen?